Eröffnungsfeier im März 2006
Sehen Sie hier einige Fotos von der offiziellen Einweihung des Elbmarschenhauses am 26. März 2006.
Der Festakt
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Information und Unterhaltung
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Am 26. März 2006 wurde das Elbmarschenhaus feierlich mit einem Gottesdienst in der Haseldorfer St. Gabriel Kirche und einem anschließenden Festakt im alten Gutshof in Anwesenheit zahlreicher hochrangiger Politiker und Behördenvertreter sowie unter großer Anteilnahme der Bevölkerung eröffnet. Besucher kamen aus ganz Norddeutschland, um an der Eröffnungsfeier teilzunehmen.
Ein vielfältiges Programm stellte vor allem die regionale Identität heraus: Regionale Akteure aus den Bereichen Gastronomie, Umweltbildung, Landwirtschaft, Jagd, Angeln, Kirche, Kultur, Geschichte und Tourismus stellten sich vor. Chöre, ein Schlagzeuger, Jagdhornbläser und Tanzgruppen aus der Region sorgten für stimmungsvolle Abwechslung. Die Haseldorfer Kaufleute und Handwerker beteiligten sich mit ihrem Frühlingsfest an dem Programm und öffneten ihre Läden und Galerien öffnen.
Das Elbmarschenhaus selbst war geöffnet die Ausstellung sowie sämtliche Räume konnten besichtigt werden. Postkarten mit regionalen Motiven, Karten und zahlreiches Informaterial wurden gegen eine geringe Gebühr erstanden. Aufgrund des ungewöhnlich langen Winters konnten die Außenanlagen noch nicht ganz fertiggestellt werden. Aber trotz anfänglichem Nieselregens machten zahlreiche Besucher einen Rundgang durch die Außenanlagen und besichtigten Weidendom und Weidentunnel, sowie die Schöpfschraube und Teiche und Stege.
Festgottesdienst
Die Eröffnungsfeiern begannen mit einem festlichen Gottesdienst in der bis auf den letzten Platz gefüllten St. Gabriel Kirche in Haseldorf (erstmals urkundlich erwähnt 1195, eine der ältesten Kirchen im Kreis Pinneberg). Durch den Gottesdienst führten Pastor Dr. Helmut Nagel aus Haseldorf und Pastor Andreas Michael Petersen aus Haselau. Die Kantorei Haselau sang unter der Leitung von Michael Horn-Antoni, der auch die Orgel spielte.
Text der Predigt von Pastor Dr. Helmut Nagel
Predigt am Sonntag Laetare (26.03.2006)
in der St. Gabriel-Kirche zu Haseldorf.
Gottesdienst zur Eröffnung
des Elbmarschenhauses in Haseldorf.
(Verfasst von Pastor Dr. Helmut Nagel)
Kanzelgruß: Der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.
Liebe Gemeinde !
Zu Beginn ein kurzes Rätsel. Und ich denke mir, liebe Gemeinde, Sie werden es bestimmt lösen. Das Rätsel lautet wie folgt:
Fast immer scheint auf ihnen die Sonne und nicht selten sind Strand, Palmen und lächelnde Menschen ihr Markenzeichen. Meistens kommen sie von weiter her zu uns, gelegentlich machen sie uns aber auch auf die Schönheiten in unserer Nähe aufmerksam. Einige von ihnen sind lange unterwegs und kommen erst an, wenn die Absender schon längst wieder zuhause sind, andere erreichen uns überraschend schnell. Grundsätzlich immer wollen Sie jedoch eines: deutlich machen, dass jemand an uns gedacht hat, auch wenn er oder sie gerade nicht persönlich bei uns reinschauen kann.
Wovon ich spreche, liebe Gemeinde ? Genau, von einer Postkarte. Ich habe hier mal so ein Exemplar mitgebracht. Es ist eine Karte aus den Vereinigten Staaten, genauer aus Florida. Auch wenn die Botschaft auf der Rückseite dieser Karte durchaus noch ausbaubar ist, denn hier steht: Hallo ihr beiden (gemeint sind meine Frau und ich), Viele Grüße von ... Wenn also auch die direkte Botschaft dieser Karte sicherlich noch ausdifferenziert werden könnte, gehört sie dennoch zu meinen Lieblingskarten. Nicht so sehr, weil ich ein Fan von Mickey, Donald, Goofy und Daisy wäre, die man auf der Vorderseite abgedruckt am Strand sitzen sieht. Die haben auch ihren Reiz, gewiss. Was ich allerdings an dieser Karte direkt ist es, die ich so sehr schätze, liebe Gemeinde, sondern die Absender sind es und die Erzählungen von ihnen, über ihre Urlaubswochen im sonnigen Florida. Sie begleiten mich seit einigen Tagen, haben mich irgendwie gefesselt und auch schon das eine oder andere Mal - mitten am Tage - ein wenig träumen lassen. Denn seit die Kartenschreiber wieder hier sind, verkünden sie mit einem eigenen Strahlen von ihren Erfahrungen. Z.B. dass sie öfter einmal auf der Straße angesprochen worden wären, ob man denn helfen könne, wenn sie sich nicht zurecht gefunden haben. Oder dass sie häufig Familien mit ihren Kindern in ganz normalen Restaurants angetroffen hätten und keiner sich beschwert hat. Und dass sie nicht selten Menschen mit Behinderung begegnet sind, die das eine oder andere für sie erledigt haben und glücklich mit den ihnen übertragenen Aufgaben schienen. Auch dass man ihnen beim Einkaufen sehr freundlich geholfen hat und dass selbst auf mehrfache Nachfragen hin für viele Arbeitslosigkeit kein Thema gewesen wäre.
Diese Botschaften habe ich vor Augen, wenn ich meine Karte anschaue. Und sie gehen mir nicht aus dem Kopf. Klar, sie sind mit der Brille des Urlaubs gesehen. Klar, auch diese scheinbar heile Welt hat ihre Brüche, liebe Gemeinde. Der Druck in der Arbeitswelt ist für viele Menschen in den USA sehr hoch, das soziale Netz dünn, viele müssen mehreren Jobs nachgehen, um über die Runden zu kommen und das Leben im Urlaubsland Florida ist zudem gewiss auch anders als beispielsweise in der kriselnden Autostadt Detroit oder an anderen Orten des Strukturwandels in den Vereinigten Staaten. Und dennoch, wenn ich meine Postkarte anschaue, dann spüre ich etwas von der Sehnsucht nach Leichtigkeit des Lebens, dann spüre ich etwas von Hoffnung und positiver Zukunfsterwartung, von Akzeptanz und Loslassen eines bisweilen übertriebenen Perfektionismus.
Und dass mich diese Tage die Postkarte aus Florida so berührt hängt auch mit Worten zusammen, die wir eben bereits gehört haben. Es sind Worte von Jesus, überliefert im Evangelium von Matthäus. Ich lese sie noch einmal, sie sind ja einfach schön:
`Darum sage ich euch: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung ? Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie ? Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt ? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen ? Was werden wir trinken ? Womit werden wir uns kleiden ? Nach dem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft. Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.
So weit das Evangelium, die gute Botschaft dieses Sonntags. Sie will keine gute Laune -Botschaft sein, ist kein `Kopf hoch- wird schon wieder, will nicht Schönreden, was offensichtlich schlecht ist. Nein, wer das Gute dieser Botschaft wirklich hören will, der muss sie hören als Botschaft des Menschen, der seinen Weg ans Kreuz geht. Die Sorglosigkeit und Leichtigkeit der Worte Jesu hat Grund, hat tiefen Grund. Sie ist gegründet in der Liebe Gottes, in seiner überschäumenden Liebe. In ihr weiß Jesus sich geborgen, in ihr hat er Mut und Hoffnung zu tragen, hat er Kraft und Zuversicht seinen Weg zu gehen. Er muss sich nicht aufreiben in Äußerlichkeiten, er ist ja innerlich getragen, kann ja mit den Augen und seinem Herzen sehen, wie gut es Gott mit uns meint. Im Spiegelbild seiner Schöpfung können wir etwas davon erahnen, können spüren, wie Gott uns das Gute zugedacht hat. Er denkt an uns und ich kann etwas davon spüren:
Wenn ich im Herbst früh morgens hier in der Marsch unterwegs bin und der Nebel wie ein feiner Schleier das Land bedeckt. Wenn im Hochsommer die Frösche im Burggraben hier um die Ecke ihr Konzert geben bis mitten in die Nacht und ich niemanden wegen Ruhestörung zur Verantwortung ziehen kann. Gott sei Dank ! Wenn ich hier im Park im Frühjahr spazieren gehe und sich das Licht so wunderschön in den Bäumen bricht und ich ganz neue Sichtweisen lerne. Wenn ich am Deich mit einem Freund jogge und wir gemeinsam genießen, wie die Sonne feuerrot in der Elbe versinkt. Ja, liebe Gemeinde, dann erahne ich etwas davon, wie gut es Gott mit mir, mit uns meint. Dann erahne ich etwas davon, welches Wunder das Leben, welches Wunder jedes Leben eigentlich ist. Und wie Gott mich gemeint hat: Als Spiegelbild seiner Liebe. Im Alltag, in den täglichen Sorgen und Existenzkämpfen vergesse ich dies dann leider nur zu oft, bin immer in Gefahr, das Reich Gottes aus dem Blick zu verlieren und an seine Stelle meine kleinen Reiche zu setzen, in denen es nur um Leistung und Anerkennung geht und alles wirkliche Leben dahinter entschwindet. Die Worte Jesu rufen mich dann zurück, geben mir neuen Atem, neue Hoffnung. Gott sucht mich, will mir Mut und offenen Blick schenken für das, was ist und das, was kommt. Im Spiegelbild seiner Liebe, im Spiegelbild seiner Schöpfung darf ich dies erfahren.
Uns die Schönheit der Natur, das Wunder von Gottes Schöpfung nahe zu bringen, dies, so habe ich es verstanden, ist eine der Hauptaufgaben des Elbmarschenhauses, das heute offiziell seiner Bestimmung übergeben wird. Ich weiß nicht, ob auch schon Postkarten von diesem Haus zum Verteilen gedruckt wurden. Wenn nicht, ist dies ja vielleicht ein Gedanke der Zukunft. Ich würde mich über eine solche Postkarte jedenfalls sehr freuen, steht das Elbmarschenhaus doch dafür, das unterschiedliche Gruppen und Menschen, das Landwirtschaft und Naturschutz, das Jägerei und Anglerschaft, das Tourismus und Naturbewahrung miteinander und Hand in Hand den Schatz unserer schönen Unterelberegion bewahren und den Menschen erschließen wollen. Allen Mitarbeitenden und allen Besucherinnen und Besuchern des Elbmarschenhauses wünsche ich dabei, dass sie in ihrem Tun und Entdecken neben aller Alltäglichkeit und allen Anforderungen, die man an sie heranträgt, etwas von dem Segen Gottes spüren. Von dem Segen seiner Nähe. Dass sie in der Schönheit der Natur Spuren Gottes ausmachen, Spuren seiner Liebe. Und dass sie ein Stück weit sorglos sein können, weil da einer ist, der den dünnen Faden Leben weiterspinnt, heute und in Ewigkeit. Oder, um es mit den Worten des nachfolgenden plattdeutschen Liedes zu sagen:
Un flöög ik mit dat Morgenroot wiet buten över See; dien Goodheit flöög mi wiet vörut un weer ok dor to Stee. Mien Leben stünn al in dien Book, as’t mi noch lang nich geev; ik denk un denk, krieg dat nich klook: Wo groot is doch dien Leev ! Amen.
Wenn Sie an Pastor Dr. Nagel schreiben wollen:
st.gabriel_haseldorf@t-online.de
Die Webseite der Kirche finden Sie hier:
www.kirche-haseldorf.de
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