HausTourismusNaturschutzAktuellJägerKarteKontaktTeamLinks

Hetlingen

Hetlingen im Morgenlicht

Die Keimzelle Hetlingens liegt auf einem siedlungsgünstigen Sandkern inmitten der Haseldorfer Marsch. Aus diesem einst von Sachsen besiedelten Sandkern, umgeben von einem unregelmäßigen Grabensystem (erstmals 1239 urkundlich erwähnt) entwickelte sich Hetlingen zu einem dörflichen Siedlungsraum, der heute unmittelbar am Landesschutzdeich liegt.
1672 wurde durch den dänischen König Christian V. zur Stütze seiner Vormacht auf der Insel Hetlinger Sand eine stark befestigte Schanze zur militärischen Sicherung und zur Durchsetzung des damaligen Elbzolls angelegt. Im Laufe der Zeit wurde sie durch die Tideeinflüsse der Elbe abgetragen und ist nicht mehr zu sehen. Aber die gebräuchliche Ortsbezeichnung „Hetlinger Schanze“ weist heute noch auf den geschichtlichen Ursprung hin. Sie ist jetzt ein von vielen Erholungssuchenden begehrter Sandstrand.

Auf den feuchten Marschwiesen bei Hetlingen befindet sich eines der größten deutschen Vorkommen einer bedrohten Lilienart, die wunderschöne Schachblume mit ihren großen schachbrettartig gemusterten purpurnen oder auch den selteneren weißen Blüten. Zu bewundern ist diese Blume in ihrer Blütezeit zwischen Ende April und Anfang Mai. Sie ist auch Bestandteil des Ortswappens.

250 Jahre wurde das Bild des Dorfes durch das Gewerbe der Bandreißer geprägt. Zwischen 1810 und 1930 hatte sich das Bandreißerhandwerk hier und in der umgebenen Region zu einem blühenden Wirtschaftszweig entwickelt.

Als erstes Dorf hinter Hamburg hat es sich nach dem 2. Weltkrieg als Brückenkopf für die Überquerung der Elbe von Versorgungsleitungen entwickelt. So wurden hier die zwei höchsten Strommasten der Welt von 227 m Höhe aufgestellt sowie eine unter dem Flussbett führende Gasleitung verlegt.

Zwischen dem Klärwerk Hetlingen und dem Landesschutzdeich wurde ein informativer Wasserlehrpfad vom Abwasserzweckverband Pinneberg in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund Deutschland errichtet. Er vermittelt auf 14 Informationstafeln Wissenswertes rund ums Wasser. Unter dem Motto „Den Wasserkreislauf erlebbar machen“ wird der Lehrpfad nach und nach zu einem Wasseraktionspfad ausgebaut.

Foto: Herrmann