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Marderhunde erlegt

Während einer Treibjagd am 14. Januar 2008 in Haselau gelang es Rainer Behnke (re.) und Jürgen Riedemann, zwei Marderhunde zu erlegen. Labradormischling "Jule" (li.) stellte die Fähe. Der Marderhund-Rüde wurde vom Hund von Rainer Behnke gestellt.

Der Marderhund (auch Enok genannt) gehört zweifelsohne nicht in die Haseldorfer Marsch. Er gilt als "Neubürger" in Mitteleuropa. Sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet liegt im äußersten Osten des asiatischen Kontinents und erstreckt sich von Ostsibirien über die Mandschurei bis Nordvietnam und Japan. 1928 und 1955 wurden ca. 10.000 Marderhunde in der Ukraine und in anderen Ländern der ehemaligen Sowjetunion als jagdbarer Pelzträger ausgewildert. Die Marderhunde vermehrten sich rasch und breiteten sich immer weiter nach Westen aus. Besonders in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg entwickelte sich der Marderhund-Besatz in den letzten Jahren rasant. Die "Lausitzer Rundschau" berichtete: "Marderhunde werden in Brandenburg zur Plage.. Die kleinen Räuber sind schwer zu jagen und werden oft nur zufällig erlegt. Sie plündern nicht nur gern Obstbestände, sondern verspeisen auch kleine Tiere und machen vor Gemüseplantagen nicht halt".
Der Marderhund hat in Westeuropa keine natürlichen Feinde. Er ist ein Allesfresser, der unter dem Niederwild und nicht jagdbaren Kleinsäugern und Bodenbrütern erhebliche Schäden anrichten kann. Es wird daher befürchtet, dass er das bestehende Ökosystem aus dem Gleichgewicht bringt und die Ausbreitung der Marderhunde wird deshalb sehr kritisch gesehen.

Von den erlegten Marderhunden wurden zwei schöne Präparate hergestellt, links die Fähe, rechts der Rüde.
Fotos: Herrmann