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Die Schachbrettblume

Pflanze der Region im April 2018


 
Wiesendiva im Zwiebellook - die Schachbrettblume 

„Vor Ende März wird es keinen Frühling mit Temperaturen um 15 Grad geben“,
verkündete NDR-Wetterexperte Meeno Schrader einer frierenden Fernsehgemeinde. 

Bei gefühlten Temperaturen weit im Minusbereich wurden Spaziergänge nur in warmer Verpackung möglich:
lange Unterwäsche aus Merinowolle, darüber Strickpulli, gefolgt von der dicken Vliesjacke, dann der Mantel,
Schal sowie Mütze, über die doch noch ein Stirnband passt. Diese als „Zwiebel-Look“ bekannte menschliche Überlebensstrategie
kennt unsere Schachbrettblume auch. Braust der eisige Wind über die Wiesen in der Marsch,
bleibt unsere Pflanze des Monats April geschützt im Boden in der Zwiebel.  

Eine Zwiebel ist botanisch gesehen ein gestauchter Spross, der sich meist unter der Erdoberfläche befindet.
Die fleischigen Blätter dienen als Speicherorgane. In der Zwiebel liegt gut geschützt die Knospe mit der Anlage der Blätter und der Blüten.
Zwiebeln werden im Laufe der Vegetationsperiode mit Nährstoffen vollgepackt, damit die Pflanze
im nächsten Frühjahr gleich durchstarten kann und so einen Konkurrenzvorteil vor anderen Pflanzen hat,
die quasi „von der Hand in den Mund“ leben und erst Nährstoffe produzieren müssen. 

Wir kennen alle Zwiebeln aus der Küche und von vielen Gartenpflanzen wie Krokus, Narzisse oder Schneeglöckchen.
Ähnlich sehen die Zwiebeln der Schachbrettblume, auch kurz Schachblume genannt, aus.  

Die Schachblume ist ein sehr kapriziöses Gewächs aus der Familie der Liliengewächse. Niemand weiß, warum sie nicht jedes Jahr blüht,
sondern Jahre auslässt, in denen die Pflanze ganz bescheiden nur grasähnliche Blätter produziert
und niemand weiß, wieso manche Blüten weiß, andere pinkfarben sind.  

Vermutlich ist das Vorkommen der Schachblume in den Wiesen der Unterelbe sogar auf Anpflanzungen
oder Verwilderungen aus Gärten zurück zu führen. Hier bei Hetlingen wächst das drittgrößte Vorkommen in Deutschland.
Wir gehen von ca. 100.000 Exemplaren aus. Unsere „Wiesen-Diva“ benötigt einen nährstoffreichen Boden,
den sie mit dem Klei vorfindet, sowie eine sehr extensive Bewirtschaftung.
Da sie Licht liebt, darf die umgebende Vegetation nicht zu hoch werden.
Die Schachblumenwiesen, die wir Ihnen jährlich zum Schachblumenfest präsentieren, werden nach einem ausgefeilten System
mit Schafbeweidung und Mahd durch einen Landwirt gepflegt.
Hier wird weder gedüngt noch gespritzt.  

Lohnt sich das? Ja, das lohnt sich. Die Schachblume ist eine Zeigerpflanze für eine artenreiche Grünlandfläche,
wie sie vor dem Deichbau noch sehr häufig in der Marsch war.
Neben der Schachblume trumpfen Kuckuckslichtnelke, Wiesenschaumkraut und Gold-Hahnenfuß auf.

Nach diesem langen und kalten Winter wird das Schachblumenfest vermutlich frühestens Ende April stattfinden

Für uns Menschen, die wir uns aus dem Zwiebel-Look gepellt haben, um einen interessanten
Tag beim Schachblumenfest in Hetlingen zu genießen,
ist die Schachblume auch eine Zeigerpflanze - nämlich eine wunderbare Verheißung auf einen bunten, leichten und warmen Frühling.

 

 

 

Leitung des Hauses

Edelgard Heim

Telefon 04129. 955 49 12

edelgard.heim1@llur.landsh.de

 


Schutzgebietsbetreuung

Naturschutzgebiet

"Haseldorfer Binnenelbe

mit Elbvorland"

Uwe Helbing

Tel. 04129-95549-11

uwe.helbing@nabu-sh.de

 


 

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