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Silberleuchten am Wegesrand

Pflanze der Region im August 2018

 

 

Der Gemeine Beifuß (Artemisia vulgaris) ist für manche Menschen im wahrsten Sinne des Wortes gemein.
Denn die Pflanze der Region für August kann starke Allergien auslösen.
Die während der Blütezeit reifenden Pollen der Pflanze reizen Augen und Atemwege.

Der Beifuß gehört zur Familie der Korbblütler. Die eher unspektakuläre Pflanze blüht von Juni bis September.
Da sie außerdem überall in Deutschland häufig ist, ist es für allergische Menschen gar nicht so einfach, ihr auszuweichen.
Beifuß wächst an Wegrändern und liebt Brachflächen, die er mit dichten Beständen überziehen kann.
Hohe Stickstoffgehalte stören die Pflanze überhaupt nicht. 

Wer nicht allergisch ist, kann einmal genauer hinsehen und die vielen kleinen Röhrenblüten sehen,
die dicht gedrängt den Blütenstand bilden. Die Blüten sind nur 2 bis 4 Millimeter groß.
Sie sind hellgelb, sehen aber durch die zahlreichen weißen Haare silbergrau aus.
Das dunkle Grün der Blattoberseiten verstärkt diesen Effekt noch. Die Blattunterseiten sind hingegen weißfilzig.

Der Beifuß wird auch Gewürzbeifuß genannt, denn seine Blätter können als Würzmittel genutzt werden. Durch den Gehalt an Bitterstoffen
macht er fette Speisen, wie z.B. Gänsebraten, besser verdaulich. Viele Tag- und Nachtfalter schätzen den Beifuß ebenfalls
als Futterpflanze für ihre Raupen. Unsere Pflanze des Monats August hat auch eine mythologische Vergangenheit,
denn sie sollte vor Hexen schützen und Krankheiten bei Menschen abwenden.
Dazu wurde ein Kranz von Pflanzen um die Taille gegürtet und später zusammen mit allen bösen Verwünschungen und Problemen im Feuer verbrannt.
Schade, dass das heutzutage nicht mehr so einfach geht!

Seine Vorliebe für Wegraine, auch entlang von Äckern, hat dazu geführt, dass die Verbreitung des Beifußes
mit dem zunehmenden Ackerbau in der Steinzeit richtig Schwung aufnahm.
Unsere Vorfahren nahmen ihn zusammen mit den Getreidekörnern, die sie aussäen wollten, mit zu neuen geeigneten Standorten.
Heute ist der Beifuß in Europa, in Teilen Asiens und in Nordafrika zu finden.
Meist wird er ca. einen Meter hoch. 

Die vielen weißen Haare sind eine Anpassungsstrategie von Pflanzen, die an trockenen Standorten wachsen.
Die Haare reflektieren das Sonnenlicht und bremsen den Wind. Unsere Pflanze des Monats nutzt den Wind
aber auch für ihre Zwecke. Ab September werden kleine Früchte entwickelt, die so leicht sind, dass sie mit dem Wind verbreitet werden können.
Angeblich kann eine Pflanze 500.000 bis 700.000 Samen produzieren. Wer das nachgezählt hat, ist nicht überliefert!

Der eigenartige deutsche Name „Beifuß“ beruht auf dem Glauben, dass Beifuß die Ausdauer und Laufgeschwindigkeit bei Menschen erhöhen soll.
Die Hoffnung, dass er endlich den quirligen Hund dazu bringt „Bei Fuß!“ zu gehen, ist jedoch vergebens!
Die einzigen positiven Belege für diese Wirkung beruhten darauf, dass Herrchen neben dem Beifuß-Stängel noch einen Hundekuchen in der Hand hielt!

 

Leitung des Hauses

Edelgard Heim

Telefon 04129. 955 49 12

edelgard.heim1@llur.landsh.de

 


Schutzgebietsbetreuung

Naturschutzgebiet

"Haseldorfer Binnenelbe

mit Elbvorland"

Uwe Helbing

Tel. 04129-95549-11

uwe.helbing@nabu-sh.de

 


 

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