zurück

Rauchschwalbe und Mehlschwalbe

                        

     Vogel der Region im Juni 2018:

Rauchschwalbe und Mehlschwalbe – bedrohte Glücksbringer       

Foto: NABU-Archiv

Laut einem alten Sprichwort geht das Glück nicht verloren, wenn Schwalben am Haus brüten.

Schwalben zählen zu den bekanntesten Vögeln. Sie gehören wie Mauersegler und Haussperling zu den Kulturfolgern
und sind aus den Dörfern und Städten gar nicht wegzudenken. Trotz dieser Anpassung sind sie vielfach zu den Sorgenvögeln
des Naturschutzes geworden. Schwalben sind Insektenvertilger und sind daher schon lange in der Landwirtschaft willkommen.

Leider stört sich unsere naturentfremdete Gesellschaft immer öfter an den Nestern der Schwalben. Einige Hausbesitzer zerstören
sogar aus Angst vor Verschmutzung der Hauswände durch Nistbaumaterial und Kotausscheidungen die Nester der Mehlschwalben,
obwohl dies nach dem deutschen Bundesnaturschutzgesetz, sowohl während, als auch nach der Brutzeit verboten ist und eine Straftat darstellt.

Manche besorgte Landwirte verschließen den Rauchschwalben ihre Ställe, um vermeintlichen Hygieneanforderungen gerecht zu werden.
Dabei gefährden die kühnen Flugakrobaten weder unsere Gesundheit noch die Lebensmittelsicherheit.
Durch Anbringen von mindestens 20 cm tiefen Kotbrettern, die man am besten etwa 60 cm unterhalb der Nester befestigt,
kann der Schmutz durch Kot und Nistmaterial weitgehend aufgefangen werden.

Das Markenzeichen der Mehlschwalbe ist der leuchtend weiße Bürzel, der sich kontrastreich von der sonst dunklen Oberseite abhebt.
Auch bäuchlings ist die Mehlschwalbe mit Ausnahme der Schwanzfedern rein weiß gezeichnet und besitzt einen tief gekerbten Schwanz.
Ursprünglich baute die Mehlschwalbe ihre kunstvollen Lehmnester an Felswänden oder Küstenklippen.
Doch schon seit langem hat sie sich dem Menschen angeschlossen und nutzt rau verputzte Häuserwände unter geschützten Dachvorsprüngen zum Nestbau.
Hier brütet sie oft in großen Kolonien.

Die Rauchschwalbe unterscheidet sich von der Mehlschwalbe durch lange Schwanzspieße und eine braunrote Färbung von Kehle und Stirn.
Ihre Oberseite ist mit Ausnahme einiger heller Flecken blauschwarz, ebenso das Brustband.
Ihre Nester baut sie im Inneren von Ställen, Scheunen oder anderen Gebäuden an Balken, Wänden oder Mauervorsprüngen.
Die Tatsache, dass sie früher auch an offenen Kaminen oder Rauchfängen brütete, trug ihr ihren Namen ein.
Das schalenförmige Rauchschwalbennest besteht aus kleinen Lehmklumpen und darin eingebackenen Halmen, die öfters lang heraushängen.
Zwar zählt die Rauchschwalbe noch immer zu einem der häufigsten Singvögel, doch ihre Bestände gehen seit Jahren kontinuierlich zurück.
Zunehmende Hygiene in den Ställen und ein hoher Pestizideinsatz auf den Feldern lassen die Nahrung für Schwalben immer knapper werden.
Und asphaltierte Feldwege erschweren es ihnen, lehmiges Baumaterial für ihre Nester zu finden.
Mit fertigen Nisthilfen, die einfach zu montieren sind, kann den sympathischen Fliegern geholfen werden
und man sorgt obendrein für ein „absturzsicheres Brutgeschäft“. 

An unseren modernen, glatten Hausfassaden können Schwalbennester oft nicht gut haften, so dass die Nester abfallen,
wenn die Jungen größer und schwerer werden. Als Nestgrundlage reicht eine schmale Leiste, die mit Kaninchendraht überzogen ist.
Sinnvoll ist es auch im April in Ihrem Garten, auf Ihrer Terrasse oder auf dem Schulhof eine freiliegende, künstliche Lehmpfütze anzulegen
und diese den ganzen Sommer möglichst feucht zu halten.
Damit erleichtern Sie Ihren kleinen Untermietern Nestbau und Nestausbesserungen. 

„Wenn Schwalben niedrig fliegen, wird man Regenwetter kriegen. Fliegen sie bis in die Höh’n, bleibt das Wetter noch recht schön!“

Charakteristisch für die Schwalben ist ihre Anpassung an den Nahrungserwerb in der Luft: Sie erbeuten vor allem Fluginsekten.
Die Flughöhe dieser Insekten erhöht sich bei gutem Wetter durch aufsteigende warme Luftmassen massiv.
Da sie aus eigener Kraft jedoch wesentlich tiefer fliegen, kann man aus einer geringen Flughöhe der Schwalben
auf die ihrer Beutetiere und damit auf Tiefdruck (schlechtes Wetter) schließen. Da im Winter das Aufkommen an Fluginsekten
in Nord- und Mitteleuropa vermindert ist, müssen Schwalben dann in ihre Winterquartiere südlich der Sahara ziehen.

Der NABU würdigt in ganz Deutschland Naturschutzmacher, die Schwalbennester an oder in ihren Gebäuden erhalten, mit einer Plakette und einer Urkunde.
Also bewerben Sie sich um eine Auszeichnung Ihres schwalbenfreundlichen Hauses und füllen Sie das zentrale Bewerbungsformular unter:
www.NABU.de/schwalben aus.
Ein NABU-Mitarbeiter vor Ort wird sich dann mit Ihnen in Verbindung setzen, um die Auszeichnung vorzunehmen.
Wenn Sie keine Möglichkeit haben, das Bewerbungsformular online auszufüllen, wenden Sie sich bitte an unseren NABU-Mitarbeiter
Uwe Helbing im Elbmarschenhaus unter 04129-9554911 !

Leitung des Hauses

Edelgard Heim

Telefon 04129. 955 49 12

edelgard.heim1@llur.landsh.de

 


Schutzgebietsbetreuung

Naturschutzgebiet

"Haseldorfer Binnenelbe

mit Elbvorland"

Uwe Helbing

Tel. 04129-95549-11

uwe.helbing@nabu-sh.de

 


 

 Veranstaltungskalender

Aktuelle Veranstaltungstipps

Veranstaltungskalender